
Hoffenheim feiert den ersten Sieg dieser Saison
Nach vier Spieltagen war es endlich soweit, die Hoffenheimer Fans durften den ersten „Dreier“ dieser Saison feiern. Für sie war es sicherlich von geringer Bedeutung, wie dieser Sieg zu Stande kam. Denn Hoffenheim hat „in der ersten Halbzeit alles vermissen lassen“ (Ralf Rangnick). Hannover dominierte das Spiel und bestimmte das Geschehen, trotzdem schafften sie es nicht, ein klares Übergewicht an Chancen, nämlich sechs Hundertprozentige an der Zahl, in etwas Zählbares umzumünzen.
Hoffenheim revanchierte sich in der 40. Spielminute dafür und schoss, wenn auch sehr überraschend und unverdient, das Siegtor in Person von Carlos Eduardo. Dies sollte reichen, da Hoffenheim in der zweiten Halbzeit besser gegen den Ball arbeitete und sich so keine großen Chancen für die Hannoveraner auftaten.
Doch die Offensive, die in der letzten Saison zumindest in der Hinrunde das Prunkstück war, schwächelt weiterhin. Auch wenn Obasi, Ba und Ibisevic sich redlich bemühten, es sprang einfach nichts heraus. So kam Ralf Rangnick zur Schlussfolgerung, dass sie „noch besser nach vorne spielen können und müssen“. Damit hat er auch die momentane Situation auf den Punkt gebracht.
Aber mit diesem Sieg ist man immerhin punktgleich mit dem FC Bayern München, der an diesem Wochenende seine Aufholjagd gestartet hat. Allerdings steht Hoffenheim zwei Plätze schlechter auf dem neunten Platz auf Grund des Torverhältnisses.
Hoffenheim kompakt
Der Mittelfeldspieler Luiz Gustavo hat diese Woche seinen Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert. Er spielt seit zwei Jahren für Hoffenheim und bestritt bislang 55 Partien für die Kraichgauer.
Neun Profis der TSG Hoffenheim sind in der Länderspielpause für ihre Nationalmannschaft aktiv: Pascal Groß und Marco Terrazzino (U-19 Lehrgang in Leverkusen), Stürmer Chinedu Obasi (Nigeria, WM-Qualifikation), Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic (Bosnien-Herzigowina, WM-Qualifikation), Josip Simunic (Kroatien, WM-Qualifikation), Demba Ba (Senegal, Freundschaftsspiel) und Isaac Vorsah (Ghana, WM-Qualifikation).
Andreas Iberstberger wäre hingegen ein Kandidat für die Startelf der österreichischen Nationalmannschaft, jedoch sagte er seinem Heimatverband ab, worüber Ralf Rangnick sehr froh war, dass „er bleibt und mit uns trainiert“.
Hoffenheim demütigt Berlin
Trotz eines großartigen Spiels war das Ergebnis nur zweitrangig, denn Vedad Ibisevic, der Toptorjäger der vergangenen Hinrunde meldete sich zurück, und das äußerst eindrucksvoll. Mit drei Toren erledigte er die Hertha aus Berlin quasi im Alleingang, denn bereits nach 21 Minuten stand bei ihm einen lupenreiner Hattrick zu Buche.
Hoffenheim spielte stark, sehr stark sogar, gegen eine verunsicherte Berliner Mannschaft, die Lucien Favre nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien. Folglich wurde der Trainer in dieser Woche entlassen. Doch das soll keine Erklärung sein für das starke Auftreten von der TSG. Die Hoffenheimer spielten wie ein echtes Spitzenteam. Es scheint, als sei der Hochgeschwindigkeitsfußball, den man vor einem Jahr noch im Carl-Benz-Stadion in Mannheim an den Tag gelegt hat, nun auch endlich im neuen Stadion in Sinsheim Einzug gefunden hat. Nach der verkorksten Rückrunde der letzten Saison ist nun wieder die klare Handschrift Ralf Rangnicks erkennbar, und das tut dem Team und vor allem auch dem Spiel sichtlich gut. So konnte es sich Hoffenheim schon nach zwanzig Minuten leisten, mehr als einen Gang rauszunehmen, woraufhin die Hertha den Anschlusstreffer zum 1:3 aus Berliner Sicht erzielte. Doch nach der Pause legte Hoffenheim mit den Toren Nummer vier und fünf nach und der Sieg der Kraichgauer war letzten Endes nie gefährdet.
Und Ibisevic ist wieder da. So zeigt also ein Stürmer seines Formats, dass ab sofort erneut mit ihm zu rechnen ist, nachdem er sein letztes Tor im Dezember des abgelaufenen Jahres gegen die Bayern erzielt hat. Die gastierten leider schon in Hoffenheim, nämlich direkt am ersten Spieltag, und so muss sich Ibisevic noch bis zum Beginn der Rückrunde gedulden. Denn dann wird er die Gelegenheit bekommen, sich endgültig im Bundesligageschäft zurückzumelden.
Robert Henzler