Banksy (Streetart)

Streetart: Der Brite Banksy

 

Auf der Suche nach detailgenauen, belegten und aussagekräftigen Informationen über den britischen Streetart-Künstler Banksy, stößt man oftmals an Grenzen. Dies ist einerseits auf fehlende Nachweise und Quellen zurückzufüren, andererseits ist auch die Aufrechterhaltung der Anonymität Banksys, der im Schatten der Gesellschaft agiert, ein Grund. Banksy selbst entsagt der Popularität, öffentlicher Anerkennung und führt einen asketischen Lebensstil.

Dies spiegelt sich auch in seinen Kunstwerken wider, der oftmals eine konsumbesessene, kapitalistische Gesellschaft kritisiert.

Allgemein ist Gesellschaftskritik ein oft wiedergefundenes, zyklisches Motiv in Banksys Werken. Diese bringen Hoffnung, Ausbeutung, Kritik an der heutigen Jugend und am Überwachungsstaat, Kriegsfolgen, den Umgang des Menschen mit seiner Vergangenheit, die Konsumgesellschaft, politische Brandpunkte wie bspw. Guantanamo und Mediengeilheit zum Ausdruck oder parodieren einfach andere, bereits bekannte Bilder.

Banksy, der bürgerlich Robert oder Robin Banks heißt, wurde 1974 in Bristol geboren, lässt seine Bilder sprechen; er definiert sich selbst durch die Intention seiner Bilder – Informationen über ihn sind spärlich.

Heute ist allgemein bekannt, dass Banksy die sogenannte „Stencil“-Technik für seine Bilder verwendet. Jene Technik bietet ihm eine Vielfalt an Möglichkeiten, um seine Werke an die Wand zu bringen. Bei dieser Gebrauchsform wird nicht, wie bei normalen Graffiti, einfach ein sich überlegter Schriftzug an die Wand gesprayt, sondern eine in langer Zeit vorbereitete Schablone aus Pappe, Kunststoff oder laminierten Papier angefertigt, um sie dann anschließend auf die Wand zu übertragen.Beim Anbringen der „Tags“ entstehen durch die Symbiose aus Schablonen und Farben schier unendliche Möglichkeiten das Bild zu variieren und diese Tags eignen sich hervorragend zur Verbreitung politischer Ansichten und Gesellschaftskritiken, weil dadurch politische Symbole, allgemein bekannte Personen oder weit verbreitete Marken detailgenau und maßstabsgetrau auf die Wand gebracht werden können, jedoch mit eigenen Ideen, wie bspw. Parodien oder Abänderungen, die zu einer konträren Auffassung des Bildes führen, ergänzt werden können.

Die Arbeit Banksys drängt immer weiter in die Öffentlichkeit. Mauerfragmente, die zur Leinwand des Spraydosen-Desperados erkoren wurden, erreichen Marktwerte, die den eigentlichen materiellen Wert des Objekts um ein Weites übersteigen. Jedoch ist es fraglich, wie der glückliche Eigentümer es bewerkstelligt, das Graffito zu verkaufen.

So kam es wohl, hervorgerufen durch die lukrativen Werke des Künstlers, zum ersten „Wandraub“ der Geschichte. Eine von Banksy gemalte Ratte – ein häufiges Motiv Banksys –, in der sich eine Anlehnung an den französischen Streetart-Künstler „Blek le Rat“ finden lässt, wurde in einem Londoner Stadtteil aus der Wand gesägt und mutwillig mitgenommen.

Galleristen aus aller Welt lechzen nach seinen Werken, doch der Künstler entscheidet selbstständig und unabhängig, wo und wann er seine Werke zur Exposition stellt. So war es auch im „British Museum“, wo er in der Abteilung der modernen Kunst eine fingierte Felsmalerei anbrachte, die einen Büffel, der von Speeren getroffen wurde und einen einen Einkaufswagen schiebenden Menschen zeigte. Jene Felsmalerei wurde erst nach sechs Tagen von der Museumsleitung bemerkt und wurde anschließend in die Ausstellung integriert.

Auch im weltbekannten Pariser Museum Louvre ließ sich ein Werk Banksys finden, das eine Mona Lisa mit Smiley-Gesicht zeigt. Im New Yorker Museum of Modern Art schmuggelte der Streetart-Künstler das Bild einer Tomatensuppen-Dose in die Ausstellung, welches an Warhol längst bekanntes Werk angelehnt war.

Banksy vermittelt einen Eindruck von Streetart, der konträr zum weit verbreiteten, tristen Graffiti-Vandalismus ist. Banksy muss niemanden gefallen; man muss es weder genial, noch lustig finden, aber wer sich das gesamte Spektrum von Banksys Bildern zu Gemüte führt, wird feststellen, dass es etwas Innovatives, etwas noch nicht Bekanntes ist, was er den rezipienten "zumutet". Banksy entführt die Menschen in seine eigene Welt, politische Maximen werden über seine „Tags“ zum Ausdruck gebracht. Der Künstler nimmt mit kontroversen Werken kein Blatt vor den Mund (oder sollte ich sagen: vor die Mauer) und scheut sich nicht, derzeitige Zustände zu kritisieren.

 

Verfasser: Jan Karon, Florian Rinnert