Mittlerweile hat doch fast jeder schon davon gehört: Parkour, der „Extremsport“ aus Frankreich bei dem Geistesgestörte von Haus zu Haus springen. Doch das ist nur das, was die Sensationspresse daraus macht. Das spiegelt in keiner Weise wieder, was Parkour ausmacht.
Doch was ist Parkour dann? Das berühmte Internet-Lexikon Wikipedia gibt uns für Parkour folgende Definition:
„Parkour oder Le Parkour [...] ist eine von David Belle begründete Sportart, bei welcher der Teilnehmer – der Traceur (französisch: „der den Weg ebnet“ oder „der eine Spur legt“) – unter Überwindung sämtlicher Hindernisse den kürzesten und effizientesten Weg von A zum selbstgewählten Ziel B nimmt.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Parkour 02.10.08 9:25)
Diese Beschreibung entspricht dem, was Parkour wirklich ist viel mehr, als das was die Medien uns als Parkour verkaufen wollen. In Parkour geht es wirklich darum, mit möglichst geringem Kraftaufwand effizient seine Hindernisse zu überwinden und dadurch auf schnellstem Wege von A nach B zu kommen. Nicht umsonst nennt man Parkour auch die “effiziente Kunst der Fortbewegung“. Viele Traceure sehen hinter Parkour auch eine Philosophie. Sie lassen sich nicht durch Grenzen, die uns unsere Umgebung gibt, einschränken. Zäune, Mauern, Stangen, Gitter und alles was sonst einem Parkourläufer noch im Weg stehen kann, wird mithilfe von sorgfältig trainierten Techniken einfach überwunden. Was dann in Parkour-Videos aussieht, als wäre es für die Traceure das leichteste der Welt ist oft das Ergebnis von jahrelangem Training.
Richtiges Training ist das A und O eines jeden Traceures. Das fängt schon bei den Anfängen an. Nur wer alle Basics beherrscht kann sich an neue Sachen wagen. Sollte sich ein Anfänger entschließen mit Parkour zu beginnen, muss er seinen Körper darauf hin trainieren. Kraft- und Ausdauertraining spielen am Anfang eine noch größere Rolle als das trainieren der Parkour typischen Bewegungen. Erst wenn man sich einen gewissen Grad an Kraft antrainiert hat, ist der Körper vollständig dazu in der Lage den Belastungen, mit denen er konfrontiert wird, standzuhalten. Wenn man die Basics beherrscht, die nötige Kraft besitzt und sich und seinen Körper kennt und weis man sich zumuten kann, dann ist Parkour nicht gefährlicher als es andere Sportarten auch sind.
Parkour wird oft mit artverwandten Sportarten wie z.B. dem Free Running verwechselt. Beim Free Running geht es auch darum Hindernisse zu überwinden und sich in seiner Umgebung frei zu fühlen. Doch im Free Running macht man das nicht auf möglichst effiziente, sondern auf eine kreative Art und Weise. Nicht selten werden akrobatische Elemente wie Salti in den Bewegungsablauf eines Free Runners mit eingebaut. Doch obwohl das ganze sehr beeindruckend aussieht, ist es nicht die Absicht des Free Runners eine Show abzuziehen. Viel mehr fühlt er sich frei in dem was er tut und wie er es tut.
Hier lässt sich wieder eine Gemeinsamkeit zum Parkour finden: die Freiheit. Traceure und Free Runner wollen sich in ihrer Freiheit nicht einschränken lassen durch Hindernisse die ihnen ihre Umgebung gibt. Die Hindernisse werden von beiden auf ihre jeweilige Art überwunden.
Parkour bildet die Grundlage dieser Fortbewegungskünste. Free Running baut auf Parkour auf. David Belle, der Begründer von Parkour sagte einst: „Trainiere zuerst den effizienten Weg, dann den Kreativen.“
Wer sich nun für Parkour und/oder Free Running interessiert wird in fast jeder Stadt eine Gruppe finden die diese Sportarten schon länger ausübt und bei denen er sich Tipps und Ratschläge holen kann und mit denen er trainieren kann. Hier in unserer Umgebung lohnt es sich den Blick über den Rhein nach Mannheim zu werfen. Unter dem Namen „Movement Mannheim“ haben sich dort Traceure und Free Runner zu einem „Movement“-Team zusammengeschlossen. Wenn jemand Interesse daran hat bei Movement Mannheim (kurz M²) mitzutrainieren, sollte man am besten mal Samstag um 12:30 Uhr am Wasserturm in Mannheim vorbeischauen. Der Wasserturm - das Wahrzeichen Mannheims und Treffpunkt der Parkour und Free Running Szene.
Nico Schneider (Movement Mannheim)
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