"Emo" - eine Jugendkultur wird leider trendy...

ein Bericht von Jannika May/ September 08

Das Wort „Emo“ ist eine Kurzform des englischen Begriffes „emotional

Hardcore“. Ursprünglich bezeichnet es ein Subgenre des Hardcore Punks, auch Emocore genannt, bei dem es meist um Themen wie Trauer, Verzweiflung, Liebe oder auch Freundschaft geht. Neuerdings werden auch Menschen als „Emo“ betitelt, da sie unter anderem sehr sensibel und sehr nah am Wasser gebaut sind. Des Weiteren sehen sie die Welt und das Leben nur von ihrer/seinen negativen Seiten, sind melancholisch veranlagt und depressiv.

Den „Emotionalen“, wie sie auch genannt werden, ist ihre Individualität sehr wichtig. Dies zeigt sich an ihrem Style, der sich beispielsweise durch karierte Schnürschuhe, Nietengürtel, Röhrenjeans, schwarze streng zur Seite gekämmte Haare und Pullis mit Herzchen oder Schachbrettmuster auszeichnet.

„Emos“ schotten sich von der Außenwelt und den Außenstehenden ab und halten sich lieber in gleichartigen Gruppen auf, in denen sie die „Tristesse des Alltags“ und andere Themen beklagen.

Ein weiterer Aspekt dieser Jugendkultur, der unbedingt dazugehört, ist das Ritzen in die Arme. Diese Prozedur dient den Jugendlichen hauptsächlich zum Spüren ihrer Selbst, denn viele der Betroffenen glauben sich nur noch in einer leblosen Hülle zu befinden, ohne Seele und wie betäubt zu sein. Es dient also dem Nachaußentragen des inneren Schmerzes.

Mit diesem selbstzerstörerischen Verhalten versuchen sie Mitleid und vor allem Aufmerksamkeit zu erregen.

Über die Jahre hat sich diese Kultur zum Trend entwickelt und viele Außenstehende möchten Mitglied einer emotional-hardcore-Gruppe sein, weil es ihnen entweder ähnlich ergeht oder sie diese Lebenseinstellung einfach nur „cool“ finden. Diese Jugendkultur wird nicht nur immer lebendiger, sondern auch das Ritzen, eine schon lang bestehende Methode, rückt immer mehr in den Vordergrund. (früher haben die „Emos“ ihre Emotionen nur herausgeschrien.)

Die Ursprungsanhänger ähneln zwar den jetzigen „Emos“, dennoch setzen diese mehr auf permanente Selbstinszenierung, wohingegen es den anderen mehr um Individualität und Authentizität ging. Natürlich gibt es auch solche, die nur den "Style" eines "Emo" haben oder sich nur "ritzen" und trotzdem so betitelt werden. Die Außenstehenden verachten und verspotten diese individuellen Außenseiter , da sie deren Lebenseinstellung natürlich nicht teilen. Der Höhepunkt des "Selbstzerstörungswahns der "Emos" wird erreicht, wenn die Betroffenen bei ihren Verwandten oder Freunden einen Suizid ankündigen oder androhen. Es geht ihnen dabei weiniger um den Suizid selbst, sondern vielmehr daraum noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Nach Meinung von Experten ist diese Kultur weder gefährlich noch eine langwierige Erscheinung, die Kids würden ihr sozusagen irgendwann entwachsen, aber es bleibt trotzdem zu hoffen, dass dieser Trend schnell wieder abebbt, denn sehr ernst zu nehmen ist diese Art von Jugendkultur dennoch, denn bei manch Betroffenem kündigt sich durch sein extremes Verhalten eine schwere Psychose an.

 

Jannika May