Jeder Mensch kennt es und ist daran gewöhnt. Routineeinkäufe beim Bäcker oder abends öfter mal eine Pizza bestellen..., diese Köstlichkeiten und viel mehr können sich gesunde Menschen gewissenlos leisten.
Bei Zöliakieerkrankten (Zöliakie, das ist eine Autoimmunkrankheit, bei der sich die Darmzotten zurückbilden und so die Nahrungsaufnahme vermindert wird) ist das Thema Essen jedoch eine diffizile Angelegenheit, da sie sich an eine spezielle Diät halten müssen. Sie sind gegen das Klebereiweiß Gluten allergisch, was unter anderem im Weizenmehl enthalten ist, und müssen so glutenfrei leben. Da wichtige Rohstoffe wie Getreide, Weizen, Roggen, Gerste, Hopfen und Dinkel auch Gluten enthalten, muss darauf geachtet werden, diese ebenfalls nicht zu sich zu nehmen.
Nun mögen die gesunden Menschen denken, der Erkrankte dürfe gar nichts mehr essen, doch sie irren, er ist zwar in seinem Nahrungskonsum eingeschränkt, jedoch hat er, wenn er in speziellen Geschäften, zB: Reformhäusern, einkauft, vielfältige Auswahl. Bedauerlicherweise ist diese spezielle ,,Diät“ auch ziemlich kostspielig. Dennoch haben sie, die Zöliakieden keine Wahl, denn sich ganz normal wie bisher zu ernähren, wäre ein fataler Fehler. Bei Kindern und Jugendlichen sind Knochenschmerzen, Muskelerschlaffung, Blässe oder sogar ein Wachstumsstop die Folge, halten sie sich nicht an die vorgeschriebenen „ Ess-Regeln“. Bei Erwachsenen können die Konsequenzen ähnlich sein, jedoch können sogar Fehlgeburten und Darmkrebs, unter anderem, erfolgen.( Die Krankheit nennt sich bei Erwachsenen jedoch "Sprue“).
Nun mag man sich wohl fragen, was die Symptome einer solchen Zöliakie sind, woran man sie denn nun erkennen kann: Leider sind diese Symptome meist sehr undeutlich und müssen nicht unbedingt eine Zöliakie andeuten. Sie können auch auf eine andere (kurzweilige) Krankheit hinweisen. Kleinkinder bekommen oft einen aufgeblähten Bauch und haben ausgezehrte Gesichter. Sie können über Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Darmschmerzen klagen, denn bei der Autoimmunkrankheit kommt es auch zur chronischen Entzündung des Dünndarms. Bei den meisten Betroffenen ist eine genetische Vererbung Voraussetzung für eine Zöliakie und Gluteneinnahme zeigt sich
durch Durchfall, Erbrechen oder Magenschmerzen. Allerdings gibt es immer noch andere Erkrankte, die die einzigen im Familienfeld sind, die an einer Zöliakie leiden und die (versehentliche) Gluteneinnahme sich in keinster Weise äußert.
So geht es auch mir, denn ich leide selbst an dieser Krankheit. Mittlerweile bin ich 15 Jahre alt, habe die Diät aber schon gut im Griff, da ich schon fünf Jahre glutenfrei lebe. Mit zehn Jahren stellten Ärzte auf die Frage meiner Mutter, wieso ich so klein für mein Alter wäre, durch mehrere Blutuntersuchungen und eine Magen-Darmbiopsie fest, dass ich an dieser "Glutenunverträglichkeit" leide. Mein Immunsystem war außerdem sehr geschwächt, da durch diese "Antigen" immer wieder Antikörper zur Abwehr gebildet wurden, was auf Dauer den Körper extrem belastete.
Durch die Deutsche Zöliakiegesellschaft (DZG), die gegen eine jähgrliche Mitgliedsgebühr Broschüren über die glutenfreie Ernährung und auch Ernährungsbücher schickt, wird man nie allein gelassen. Die entsprechenden Hersteller (Schär, 3 Pauli, glutano) der glutenfreien Produkte kümmern sich teilweise doch sehr um diese Kunden, gerade weil es nicht so viele Betroffene sind und man diesen Menschen doch auch helfen muss.
Die Betroffenenrate der Bevölkerung liegt zwar nur zwischen 0.5 und 1 Prozent, sie steigt aber stetig an. Aufgrund der unterschiedlich ausgeprägten Syptomatik ist jedoch die Dunkelziffer extrem hoch.
Durch all das und auch die Vorschrift, das glutenhaltige Zutaten nun seit 2005 auf die Zutatenliste geschrieben werden müssen, komme ich eigentlich recht problemlos damit zurecht.
Natürlich war es am Anfang schwwer, aber ich bin froh, dass ich viel Unterstützung erhalte und ich weiß, dass es manchen Menschen schlechter geht als mir.
In afrikanischen Ländern zum Beipsiel Afrika haben die Menschen, besonders die Kinder, sofern sie an Zöliakie bzw. Sprue leiden, nicht sehr viele Möglichkeiten und erliegen oft sogar dieser Krankheit.
Insofern können wir über die gute Unterstützung hierzulande ja nicht klagen, oder?
Jannika May