
Das scheinen sich wohl viele Leute zu denken, die vor "dem großen Moment" stehen. Denn die Zahl der HIV-Neuinfektionen hat einen neuen Höchststand erreicht. Um dieser Einstellung und dem immer größer werdenden Unwissen gegenüber der Immunschwächekrankheit etwas entgegenzusetzen hat die Aids Hilfe Mannheim/Ludwigshafen sich mit einer neuen Idee an dieses Thema herangetraut.
Peer-Education heißt der neue Schlüsselbegriff in der modernen Prävention. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Schüler und Jugendliche sollen von Ihresgleichen zum Thema Aids und HIV aufgeklärt werden. Dies verspricht einen höheren Erfolg, als lange Vorträge von Erwachsenen, die Schüler nicht richtig erreichen können.
Nach kurzer Zeit der Suche meldeten sich 9 Schüler unserer Schule freiwillig für diese Aufgabe. Diese sollten eine Ausbildung zum/r "Multiplikator/in in der Aidsprävention" absolvieren, um für Fragen in späteren Vorträgen gewappnet zu sein. 40 Stunden, in der Zeit vom 20. September bis zum 29. Oktober 2006, mussten wir über uns "ergehen lassen", in denen Grundlagenwissen zum Thema HIV, Aids und Geschlechtskrankheiten sowie fortschrittliche Erkenntnisse in der HIV Medizin vermittelt wurden. Neben viel Spaß und interessanten Gesprächen mit Betroffenen, waren auch lange Wochenenden ohne Freizeit mit enthalten. Über den ganzen Zeitraum haben uns unsere Ausbilder Angelika Staudt und Vojtech Cevora, sowie Frau Huhle als pädagogische Ansprechpartnerin, unterstützt.
Die Ausbildung verfolgte das Ziel, dass wir in unserer Schule Workshops für unsere MitschülerInnen durchführen, in denen wir
- im Dialog mit den MitschülerInnen, die Grundinformationen zu HIV und AIDS vermitteln,
- sich mit Ängsten und Vorurteilen gegenüber HIV/AIDS betroffenen Menschen auseinandersetzen,
- über Möglichkeiten sicherer intimer Kommunikation und Verhütungsmittel informieren und
- vermitteln, wie Jungen und Mädchen sich vor einer Infektion mit HIV oder einer ungewollten Schwangerschaft schützen können.
Nach unserer Ausbildung führten wir in 8 Klassen Workshops durch, die anfänglich von Frau Staudt, die uns ausgebildet hat, betreut wurden. Das Projekt wird von der Uni Mannheim evaluiert. Die Ditmar Hopp Stiftung, Glaxo Smith Kline und Boehringer haben mit ihren Spenden dazu beigetragen, dass das Projekt realisiert werden konnte.
Außerdem haben wir mehrere Paten für das Projekt gewonnen, unter anderem den Comedian Bülent Ceylan, welcher uns und die Aidshilfe Mannheim/ Ludwigshafen bisher durch sein großartiges Engagement unterstützt hat.
Roland Richtstein