
Die Brandkatastrophe von Ludwigshafen
ein Bericht von Esra Kanmaz&Gamze Özenc
Beim Brand in Ludwigshafen starben neun Menschen, darunter tragischer Weise fünf Kinder im Alter von einem bis sechzehn Jahren. Alle waren türkischer Nationalität.So unendlich traurig und furchtbar das auch war, konnten aber 47 Menschen von der Feuerwehr und der Polizei zum Teil unter dramatischen Umständen gerettet werden.
Ob es sich um eine Brandstiftung, eine Aktion von Neonazis oder um einen Defekt des Elektrokastens handelt, konnte bisher noch nicht festgestellt werden . Es liegen bisher keine eindeutigen Fakten vor, die auf etwas Bestimmtes hinweisen könnten.
Man geht aber davon aus, dass der Brand im Keller entstand, die Ursache ist aber noch unbekannt.
Zwei Mädchen ‚ zwischen acht und neun Jahre alt, wollen gesehen haben, dass ein fremder Mann im Treppenhaus gezündelt habe.
Spekulationen, dass es sich bei dem Brand, um eine Aktion mit politischem Motiv handeln könne, sind nicht ausgeschlossen, denn im Sommer 2006 gab es zwei Brandanschläge auf das Gebäude, doch die Täter blieben unbekannt.
Erdogan, der türkische Ministerpräsident, weilte in Ludwigshafen, um sich ein eigenes Bild der Katastrophe zu machen und bei einer Rede, die er hielt, forderte er eine rasche Aufklärung der Brandursache und schickte deswegen aus der Türkei eigene Experten, die mit den deutschen Polizeibehörden kooperieren sollen.
Am darauffolgenden Sonntag gab es eine Trauerfeier am Danziger Platz, an dem auch Deniz Baykal, der Parteichef der „Cumhurriyet Haik partisi“( „der Republikanischen Volkspartei“)) teilnahm. Eva Lohse (Oberbürgermeisterin), Said Yazicioglu (Zuständiger für die im Ausland lebenden Türken) und‚ Maria Böhmer (Staatsministerin) nahmen ebenfalls an der Trauerfeier teil.
Nach dieser Trauerfeier wurden die neun Särge nach Gaziantep, dem Heimatort der Opfer, und zwar mit einer Sondermaschine ausgeflogen und die Verstorbenen beerdigt.
Hilfe für die betroffenen Familien wird von der Stadt angeboten, wie die Oberbürgermeisterin Eva Lohse mitteilte. Polizeipräsident Wolfgang Fromm bezeichnete die Vorwürfe, die Feuerwehr sei zu spät gekommen, als unakzeptabel und falsch.
Auch die Feuerwehr beklagte sich über diese nicht wahrheitsgemäßen Berichte. Die türkischen Medien hatten die Arbeit der Ludwigshafener Feuerwehr zum Teil heftig kritisiert..
Ein Feuerwehrmann wurde auch von einem Türken in einem Lokal im Limburgerhof angegriffen. Danach musste der Feuerwehrmann ambulant behandelt werden. Der Angreifer erhielt eine Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.
Nach langen Ermittlungen wurde bekannt gegeben, dass der Brand sich durch einen Schwelbrand ausgelöst hatte. Doch es ist immer noch unklar, wie es zu diesem Schwelbrand kommen konnte.
Die Ermittler geben bekannt, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen sei. Die zwei Mädchen, die angeblich einen Mann gesehen haben wollen, der eventuell das Feuer gelegt haben könnte, zogen ihre Aussage während der Ermittlungen zurück.
Trotz dieser Unklarheiten wurden die Ermittlungen beendet.
Die türkischen Ermittler, die bei den Ermittlungen kooperierten, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Anmerkungen der Redaktion:
Videos&Fotos zur Ludwigshafener Brandkatastrophe siehe auch unter :
YouTube - Brandkatastrophe in Ludwigshafen (zahlreiche Videos&Fotomaterial)
siehe auch "Schwelbrand unter der Kellertreppe", Art. der Tageszeitung "Die Welt" vom 28.02.08 (www.google.de, Stichwort: Brandkatastrophe...auf Seite 3)
Am 25.Juli 2008 teilte die Staatsanwaltschaft Frankenthal mit, dass die Ermittlungen zu dem Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus vor knapp sechs Monaten eingestellt worden seien. Der Leitende Oberstaatsanwalt, Lothar Liebig, erklärte, dass nach Abschluss einer ausgiebigen Überprüfung der Ermittlungsergebnisse keine weiteren Untersuchungsansätze vorlägen.