Napoleon

Napoleons Weg zum Kaisertum

 von Gohar Voskanyan

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 in Ajaccio, der größten Stadt auf Korsika, geboren. Er war der zweitgeborene Sohn des Landadligen Charles-Marie Bonaparte und seiner Frau Letizia. Die eigentlich adlige Familie führte ein einfaches, bescheidens Leben ohne Standesprivilegien und Reichtum.

Die Grundschule besuchte Napoleon auf Korsika. Zudem verdankte der Korse seine militärische Schulung der Gunst König Ludwigs XVI. , denn durch ihn erhielten Napoleon und sein älterer Bruder zwei Stipendien. Im Dezember 1779 wurde der zehnjährige Napoleon in die Militäranstalt von Brienne gebracht, wo die Söhne des Adels, die in der Armee dienen sollten, dementsprechend vorbereitet wurden.

Seine schulischen Leistungen waren eher mittelmäßig, jedoch war Napoleon trotzdem ein unersättlicher Leser und zudem begabt in Mathematik, Geschichte und Geographie. Aber was seine französische Orthographie betraf, ließ diese einiges noch zu wünschen übrig. In der Militäranstalt von Brienne wurde Napoleons Vorliebe für das Militärische ausgebildet. Diese Zeit war für seine Charakterentwickung entscheidend.

1784 wurde der Korse auf Empfehlung des Schulleiters als Offiziersaspirant auf der Ecole militaire du Camps-de-Mars, die renommierteste Militäschule in ganz Frankreich, geschickt.

Nach einem Jahr machte er dort seinen Examen und wurde zum Secondeleutnant beim Artillerieregiment in Valence ernannt.

Nach Ausbruch der Französischen Revolution eilte dieser sofort in seine Heimat Korsika, um für die Freiheit der Insel zu kämpfen. Mit seinem Vorbild General Pasquale Paoli, ein Anführer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung, versuchte Napoleon für die Rechte und Unabhängigkeit Korsikas zu kämpfen. Jedoch kam es im März aufgrund politischer und sachlich sich veränderter Sichtweisen zum Bruch zwischen den beiden, als nach einer missglückten französisch-korsischen Militärexpedition Napoleon Paoli der Sabotage und des Staatsverrats bezichtigte. Bald daraufhin wurde Paoli verhaftet und schwor Rache. Nach dessen Verhaftung verwüsteten wütende Paolisten den Besitz der Bonaparts und die Familie floh am gleichen Tag nach Frankreich. Napoleon sah nun Frankreich als seine neue Heimat.

Im Jahre 1796 begann Napoleons Aufstieg. Er wurde zum Oberbefehlshaber der Italien-Armee ernannt und heiratete Josephine de Beauharnais. Durch seine Siege in Italien wurde Napoleon für die Regierung des Direktoriums unentbehrlich und seine militärischen Erfolge machten Napoleon zu einem Machtfaktor. Aus seinen Kriegszügen brachte Napoleon nicht nur Kunstschätze und große Summen an Gold nach Frankreich, um die Staats- und Finanzkrise zu bekämpfen, sondern griff auch auf eigene Initiative in die Staatsordnung ein und gründete von Frankreich abhängige Satellitenstaaten. Vor den Augen des französisches Volkes stieg Napoleon zu einem Symbolfigur auf und sein Ansehen wuchs immer weiter.

Als Napoleon 1799 von seinem Agyptenfeldzug nach Frankreich zurückkehrte, nahm er am Staatsstreich vom 19. Brumaire teil. Dadurch konnte dieser sich die innenpolitische Macht als Erster Konsul sichern. Beim Amtsentritt als Erster Konsul litt Frankreich unter einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Die Staatskasse war leer und im Land kam es häufig zu Aufständen. Jedoch nutzte Napoleon seine verfassungsrechtliche Position als erster Konsul aus, um Frankreich neu zu organisieren und innenpolitisch zu stabilisieren.. Über geschickte Verwaltungsreformen gelang es dem Staatsoberhaupt die Verwaltung in Frankreich zu zentralisieren und die Regierung aus dem Chaos zu befreien. Durch die Verabschiedung des Code civil im Jahre 1804 hielt Napoleon in diesem Gesetzbuch die wesentlichen Prinzipien der Revolution fest, wie Gleichheit vor dem Gesetz, Vertragsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat.

Um letzendlich seine Macht zu sichern und diese noch weiter ausbauen zu können, krönte Napoleon sich und seine Frau Josephine in Anwesenheit des Papstes Pius VII. im Dezember 1804 zu Kaiser und Kaiserin von Frankreich.