Gutenberg

 

JOHANNES GUTENBERG

von Corinna Leisinger

 

 

 

Johannes Gutenberg ( geb. Gensfleisch zur Laden) erhielt seinen Beinamen Gutenberg erst seit dem frühen 14 Jahrhundert, da seiner Familie ab diesem Zeitpunkt der Hof zum Gutenberg gehörte. Gutenberg wurde während dem Zeitraum von 1393 - 1404 in Mainz geboren (es wurden keine genaueren Daten überliefert). Sein Vater, Freile (Friedrich) Gensfleisch zur Laden, ein Patrizier, war seit 1386 mit Else Wirich, Johannes Mutter zum zweiten Mal verheiratet. Er ermöglichte seinem Sohn eine Ausbildung zum Goldschmied und unter anderem erhielt Gutenberg auch so eine standesgemäße Ausbildung in einer Klosterschule. Schon sehr früh musste die Familie die Stadt Mainz verlassen, da es im Jahr 1411 zu Streitigkeiten zwischen Patriziern und den Zünften kam. 1419 starb sein Vater und so traten Unstimmigkeiten über das Erbe auf. Während des Zeitraums von 1434 - 1444 hielt sich Johannes Gutenberg in Straßburg auf, welches zu dieser Zeit eine der größten und wichtigsten Städte Mitteleuropas war; ein Kreuzungspunkt der europäischen Handelswege. Gutenberg profitierte von den technischen Erfahrungen der Nachbarn. Bereits hier begann er mit seinen ersten Erfindungen und Druckversuchen. Johannes Gutenberg benötigte immer wieder kapitalkräftige Partner, die ihn bei seinen Erfindungen unterstützten, da er die meisten Darlehen jedoch nicht zurückzahlen konnte, kam es zu mehreren Gerichtsverhandlungen. 1448 kehrte er nach Mainz zurück. Hier gab Johannes Fust, ein Geschäftspartner Gutenbergs ihm ein weiteres Darlehen. Um 1450 erschien vermutlich sein erster Druck; ein deutsches Gedicht (die Datierung ist nicht genau bekannt). Bevor Gutenberg 1452 mit dem Druck der 42-zeiligen Bibel, auch als "Gutenberg-Bibel" bekannt , begann, fertigte er einige Kleindrucke, wie Kalender, Wörterbücher und Ablassbriefe an. Die 42-zeilige Bibel hatte eine Auflage von 180 Stück, an denen 3 Jahre gearbeitet wurde. Als Vorlage diente eine handgeschriebene Bibel aus dem Mainzer Kloster. Parallel dazu arbeitete Gutenberg an kleineren Werken, um sich finanziell über Wasser zu halten.

Kurz vor der Vollendung der Bibeln, kam es dann schließlich zur Klage von Fust, der die Rückgabe seiner Darlehen forderte. Gutenberg verlor den Prozess und damit auch große Teile seiner Druckwerkstatt und seiner Bibeldrucke. Durch den Papst Pius II. erfuhren wir, dass die Bibeln im Herbst 1454 fertig gestellt wurden. 1462 kam es dann zum Krieg zwischen dem Kurfürsten Dieter von Isenburg und dem Grafen Adolf von Nassau. Anschließend wurde Gutenberg 1465 in den Dienst von Adolf von Nassau aufgenommen, da dieser den Buchdruck einführen wollte und ihn um Rat bat. Am 3.2.1468 starb Gutenberg schließlich in seiner Geburtsstadt Mainz.

Die wissenschaftlich Beschäftigungen begannen erst 200 Jahre nach Gutenbergs Tod, anlässlich der 200-Jahresfeier seiner Erfindung. Bis zum Jahre 1741 glaubte man, dass Peter Schöffer der Erfinder sei, da sein Enkel nach dem Tod Gutenbergs das behauptete. Erst der Bibliothekar Johann David Köhler konnte mit Urkunden und Dokumenten die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg überzeugend nachweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Buchdruck:

 

Gutenbergs Erfindung ist ebenso einfach wie genial. Mit einzelnen beweglichen Lettern, einem Griffelapparat und der Druckerpresse gelang es ihm ein Massenmedium zu erfinden, das alle technischen Entwicklungen bis dahin in den Schatten stellte. Noch 350 Jahre später blieb seine Erfindung konkurrenzlos.

 

Das Handgießinstrument:

 

In die Spitze des Stahlstabes wurde ein Letter eingraviert, erhaben und seitenverkehrt; die Patrize. Der Stab wurde mit Hilfe eines Hammers in weiches Kupfer geschlagen, dieses Kupferteil war vertieft und seitenrichtig; die Matrize = (Gussform)

Das Gussmaterial wurde nun eingeführt und man erhielt nach dem Trocknen einen Blei-letter.

Die fertigen Letter wurden schließlich in einem Setzkasten abgelegt und aufbewahrt.

 

Der Buchdruck:

 

Die einzelnen Wörter, welche aus Lettern bestanden, wurden von einem Setzer in einem Winkelhaken zusammengetragen. Blindmaterial wurde für die Abstände zwischen den Lettern und den Wörtern genutzt. Die einzelnen Zeilen/Sätze wurden nun auf dem Setzschiff zu einer Kolumne zusammengefügt, mit einem Lederballen eingefärbt und anschließend in die Presse gelegt. Das zu bedruckende Papier wurde zuvor angefeuchtet um die Farbe besser aufnehmen zu können. Danach wurde es in den klappbaren Preßdeckel gelegt und zuletzt noch mit Nadeln befestigt, damit das Papier nicht verrutschen konnte. Anschließend wurde die Presse unter die Druckplatte geschoben und mit einem kräftigen Ruck wurde der Tiegel auf das Papier gedrückt. Nun war die Kolumne auf dem Blattpapier zu sehen.