Satire

Träume und gute Vorsätze

 

Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu und neben Schenken und Beschenkt werden, Böllern und Trinken haben sich auch die guten alten Wünsche und Vorsätze in das Bewusstsein vieler Leute gedrängt. Hat man doch das ganze Jahr damit verbracht, hart zu arbeiten, dem Stress entgegenzuwirken und einfach nur zu überleben, so sind die letzten drei Wochen des Jahres wieder der vermeintlichen Besinnlichkeit und Träumerei gewidmet. Auch ich kann mich dieser Stimmung natürlich nicht entziehen und so schleichen sich wieder mal diese albernen, naiven Wünsche in meinen Kopf und versuchen am Jahresende noch mal ordentlich auf sich aufmerksam zu machen. Zugegeben, dass ich in den Ferien teilweise auch an die Schule denke, überrascht sogar mich, nichtsdestotrotz sollte diesen dann nicht weniger Aufmerksamkeit gewidmet werden.

 

Somit kann ich guten Gewissens sagen, ich wünsche mir für das neue Jahr die folgenden Punkte und träume natürlich stündlich von ihrer Verwirklichung:

 

Ich träume von sauberen Schultoiletten. Dabei beschränkt sich dieser Wunsch jedoch nicht einfach auf ein paar blankgeputzte weiße Fliesen und auch nicht auf etwas so Plumpes und Materielles wie eine Spülung auf der Herrentoilette. Nein. Vielmehr vermittelt mir mein Unterbewusstsein eine engagierte Schülerschaft, aber viel wichtiger eine engagierte Schulleitung und Lehrerschaft, die trotz ihrer bisherigen titanischen Leistungen es schafft, mehr als nur bei der örtlichen Verwaltung ein entsprechendes Ersuchen einzureichen und auch Schülern hilft, die Utopie  sauberer Toiletten wahr werden zu lassen. Nun gut, vielleicht ist auch schon mehr passiert, als dem Autor momentan bekannt ist, aber gerade wenn dem so wäre, wäre es doch schön, wenn diese schon hart errungene Erfolge besser publik gemacht werden würden.

 

Auch träume ich von einem Unterrichtshalbjahr, das von Exkursionen, Wandertagen und Sportveranstaltungen geprägt ist. Ich sehe unendliche Weiten, die den geistigen Horizont eines jeden Schülers erweitern könnten, auch ohne das strenge Dogma von Büchern und Klassenräumen. Natürlich nur festgelegt auf bestimmte Teile des Jahres, um ein konstantes Chaos über das Schuljahr hinweg zu vermeiden. Doch der logisch denkende Part im Großhirn meldet sich gerade zu Wort und unterbricht das freche Unterbewusstsein, denn bestimmt werden diese Unterrichtsausfälle gern von korrekt korrekten Berufseltern vereitelt. Schließlich darf nicht zuviel ausfallen, doch auch hier würde man sich eine Schulleitung wünschen, die ein dynamischeres Image beweist und diese Tage einfach mal genehmigt.

 

Außerdem träume ich von einer Welt. Einer Welt, in der man mit jedem reden kann, mit dem man will. In der man, wenn man mit jemanden reden will, einfach zu ihm hingeht und sich mit ihm austauscht und nicht fragen muss, ob derjenige im Lehrerzimmer, am Kopierer, in der Aula, im Sekretariat, im Lehrerstudierzimmer, in einer der vielen Fachsäle oder der Bibliothek oder sogar zu Hause ist.

Doch als wenn das nicht schon genug wäre und ich die Grenze des Unrealistisch-Realistischen erreicht hätte, träume ich von einem Bäcker. Einem Bäcker, vor dem sich Schlangen bilden. Keine Kreise, keine Trapeze, keine Quadrate oder sonstigen geometrischen Formen, nein einfach Schlangen. Schlangen die kontinuierlich abgearbeitet werden. Doch da stößt meine Phantasie an ihre Grenzen und rebelliert.

Sie windet sich und fällt in sich zusammen und verschafft einen Blick auf die Sachen, die die Phantasie gar nicht abzudecken braucht, da sie schon real vorhanden sind.

So sieht man eine engagierte SV, die schon viel organisiert hat und sogar mithilfe einer Umfrage versucht, die intimsten Wünsche der zu Vertretenden, herauszubekommen und auf (Lösungs-)Vorschläge von ihnen hofft. Ob DER Lösungsvorschlag dabei sein wird und der gemeine Schüler sich bei dieser Umfrage mit seiner ganzen Kreativität austobt, ist fraglich, aber bin ich dabei optimistischer, als bei nichtexistenten Projekten vergangener SV-Generationen, wo scheinbar nur die Schülervertretungen selbst wussten, dass sie etwas taten.

 

Auch sieht man einen Elternbeirat, der sich offensichtlich sehr gut mit der Schulleitung versteht. So soll es dieses Jahr wieder ein Schulfest geben und auch der Ausgleichstag der Lehrer steht natürlich und selbstverständlich wieder auf dem Plan. Worauf diese neue wunderbare Symbiose zurückzuführen ist, ist natürlich reine Spekulationssache, jedoch sprechen die Erfolge des neuen Elternbeirats für sich und der Autor möchte an dieser Stelle dem Elternbeirat natürlich weiterhin viel Erfolg wünschen, wenn auch eine nähere Zusammenarbeit mit der SV, nicht nur eine nicht unpositive, sondern ein durchaus wünschenswertes Trachten wäre. Dies sollte auch dem strengen Dogma der Geheimhaltung, dem der Elternbeirat unterliegt, nicht widersprechen.

Denn zusammen könnte man ein Projekt angehen, das sicherlich bei beiden zu vertretenden Parteien auf ein großes Maß an Interesse stoßen würde. Und an dem Punkt fange ich persönlich wieder an zu träumen. Ich sehe Jahresbücher vor mir, wunderbar gestaltet, innovativ verfasst, aber auch teuer bezahlt. Natürlich hatte eine Erhöhung des Papiergeldes und die damit verbundene Verpflichtung eines Kaufes viele, viele, viele Vorteile. So kann die Jahresbuchredaktion, viel besser planen, wie viele Bücher zu drucken sind und welche auch definitiv verkauft werden. Außerdem...ja...also, ach ja und deshalb...weil wenn nicht...denn...

Wie gesagt, viele, viele Vorteile. Dennoch wünsche ich mir in meinem egozentrischen, emotionalen Unterbewusstsein, mehr über diese Entscheidung informiert worden zu sein und scheinbar stehe ich mit diesem Wunsch nicht allein. Denn leider hat diese doch sehr umfassende Entscheidung und das nicht ausreichende Informieren über diese, mich dazu bewogen, völlig dagegen zu sein. Auch wenn ich es gerne vermeiden würde, drängen sich meinem betagten Schülerhirn, Assoziationen auf, die stark an "Bildung kostet"-Slogans erinnern. Deshalb hoffe ich, dass dieses kleine Thema doch noch einmal von zwei natürlich sehr engagierten Institutionen der Schule angesprochen wird und vielleicht auch ein bisschen kritisch hinterfragt wird

 

Trotz dieser vielen wahnwitzigen Träumereien, ist es schön nach dem Jahreswechsel wieder aufzuwachen und seine Umwelt mit klarerem Blick wahrzunehmen. Vorsätze sind etwas Schönes, doch die Erfahrung zeigt, dass sie kurzlebiger sind als eine Kerze in der Arktis.

 

Doch wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt und in einer Zeit, in der wir Bundeskanzlerin, Papst, Fußballweltmeister der Herzen und ein Farbiger Präsident sind, ist es auch durchaus möglich, dass Schülerträume wahr werden können.

 

Roland Richtstein (Dezember 2008)

 

Das etwas andere Weihnachtsliedergedicht

von Maike Dammbrück und Julia Hörchner

 

Vom Himmel hoch, da komm ich her,

draußen war ganz schön viel Verkehr,

ich fuhr gleich in ein anderes Auto hinein,

drum lasst uns froh und munter sein.

Wir sagen euch an den lieben Advent,

ich sehe gerade der Weihnachtsbaum brennt.

Leise rieselt der Schnee,

ich brauch jetzt 'ne Tasse Kaffee.

o Tannenbaum, 0 Tannenbaum,

ich hoff es ist ein böser Traum,

dass du in meinem Zimmer stehst

und auch noch in Flammen aufgehst.

Es kommt ein Schiff geladen,

ich muss gleich auch noch baden.

Der Heiland ist geboren,

ich wurde zum Vater erkoren.

Tochter Zion schreit im Haus,

für sie spiel ich auch noch den Nikolaus.

We wish you a merry christmas and a happy new year,

Ich rief zu meiner Frau:" Hol mir mal 'n Bier!"

Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Frauen,

meine Frau ist auch schon wieder abgehauen.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,

meine Mutter kommt zu Besuch

und ich bin nicht bereit.

Schneeflöckchen, Weißröckchen auch du kommst noch geschneit,

es gibt so viel zu tun, mir bleibt keine Zeit.

Alle Jahre wieder singe ich Weihnachtslieder,

ich halt es nicht mehr aus,

o Heiland reiß den Himmel auf.

Morgen Kinder wird's was geben,

ich hör schon meinen letzten Segen.

Morgen kommt der Weihnachtsmann,

weil die Weihnachtsfrau nicht kann.

Ich fühl mich so verloren,

ich wünschte, ich wär zu Bethlehem geboren.

 

Fröhliche Weihnacht, das wird mir zu viel,

ich flieg in den Süden und spiel dort mein Spiel.

Stille Nacht, Heilige Nacht, es ist nun vollbracht.

Alle Jahre wieder hör ich diese Weihnachtslieder,

ich hoff' meine Frau kommt zurück,

dann ist vollendet mein Glück!

 

Maike Dammbrück&Julia Hörchner